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Handlese bei der Traubenernte – Ein Tag im Weinberg!

Im Zeitalter der Maschinen und deren Schnelligkeit ist eine Weinlese mit der Hand zu einem fast nostalgischem Ereignis geworden. Aber es gibt immer noch Weingüter, die die Vorteile der von Hand gelesenen Trauben zu schätzen wissen und damit ein einwandfreies, hochwertiges Lesegut erhalten. Gerade in Biowein-Betriebe und im Spitzenwein-Bereich wird noch großen Wert auf selektive Handlese gelegt. Der Tag im Weinberg: Um 8:00 Uhr treffen sich die Erntehelfer im Weingut meines Nachbarn, denen wir heute aushelfen. Es ist Samstag, es hatte die Nacht vorher stark geregnet und die Lufttemperatur liegt bei 8 Grad. Im Planwagen fahren die 12 Erntehelfer in den Weinberg. Es müssen heute circa 50 Ar von der Rebsorte Spätburgunder gelesen werden. Das Laub der Weinstöcken ist noch nass und damit auch genug Zeit für Instruktionen zur Traubenlese. Es sollen nur die besten Traubenbeeren in den Ernte-Eimer gelangen und pilzbefallene oder weniger ausgereifte Beeren entfernt werden. Jeder Erntehelfer nimmt sich eine Traubenschere und einen Ernte-Eimer und wird zu zweit einer Weinbergszeile zugeteilt. Nach kurzer Zeit hat sich Suse, die neben mir in der Reihe arbeitet in den Finger geschnitten und muss versorgt werden. Sie ist Krankenschwester und kann dafür fachliche Anleitung geben. Die Lese geht nur langsam vorwärts, den das Selektieren und das Ausschneiden der Trauben ist sehr mühsam und zeitaufwendig. Die Trauben in den Ernte-Eimern werden behutsam in große Transportboxen geleert, die volle Boxen werden mit dem Traktor zum Wegrand gefahren und leere wieder im den Weinberg gebracht. Um 12:30 Uhr beginnt die wohlverdiente Brotzeit. Der Tisch ist reichlich gedeckt mit leckerem Käse, Eier, Wurst und frischem Brot. Zu Trinken gibt es natürlich Traubensaft und Wein. Nun ist Zeit für Anekdoten aus vergangener Zeit und es geht lustig her. Nachdem alle wieder gestärkt sind geht es wieder an die Arbeit, das Laub an den Weinstöcken ist inzwischen abgetrocknet, was die Handlese um vieles angenehmer macht. Auch das Wetter arbeitet mit uns und die Sonne kommt öfters zwischen den Wolken hervor. Um 15:30 haben wir es geschafft, alle Trauben sind gelesen. Zum Abschluss gibt es noch selbst gebackenen Kuchen und Kaffee für die Erntehelfer. Um die zweite Tasse Kaffee zu trinken,  müssen wir Schutz im Planwagen suchen, denn ein plötzlicher Wetterumschwung bringt starken Wind und heftigen Regen mit kleine Hagelkörner. Glück gehabt, jetzt kann es regnen, denn die Arbeit ist getan.

1 Kommentare

  • die Vorteile der von Hand gelesenen Trauben zu schätzen wissen sollte eigendlich bei einem guten Weingut unabdingbar sein